tatort:Steuern

Fehlentscheidung

Offenbar sind viele Außendienstmitarbeiter der irrtümlichen Meinung, sie könnten für ihre Dienstreisen zwischen der pauschalen Wegstreckenentschädigung und dem Nachweis der tatsächlichen Kosten wählen. Das entspricht jedoch nicht dem vom Gesetzgeber verfolgten Vereinfachungszweck. Bei Fahrten mit dem Pkw müssten die tatsächlichen Kosten durch aufwendige Berechnungen nachgewiesen werden, weshalb dafür pauschale Kilometersätze angewendet werden dürfen. Bei Reisen mit Bus, Bahn oder Flugzeug hingegen können die Fahrtkosten problemlos anhand der Tickets oder Rechnungen bestimmt werden.

Eigentlich sollte ein Bundesbetriebsprüfer des Bundeszentralamts für Steuern das wissen. Er entschied sich trotzdem, auch für seine Reisen mit Bahn oder Flugzeug die pauschalen Kilometersätze (abzüglich der Erstattung durch den Dienstherrn) als Werbungskosten geltend zu machen. Immerhin waren das 3.000 Euro. Das Finanzamt lehnte das ab und berücksichtigte lediglich den Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Das Finanzgericht wies die daraufhin erfolgte Klage des Prüfers ab. Im Revisionsverfahren bestätigte der Bundesfinanzhof, dass für die Bahn- und Flugreisen nicht die pauschalen Kilometersätze, sondern die tatsächlichen Kosten zu berücksichtigen sind.

BFH, Urteil vom 11. Februar 2021, AZ VI R 50/18

— eingestellt am 25. Mai 2021

Themen der Ausgabe 01 2021

Themen der Ausgabe 01 2021

16. Dezember 2020
Themen der Ausgabe 01 2021
Bröckelt der Putz, streu Glitzer drauf

Was passiert mit Ihren Steuern?

12. Oktober 2017
Bröckelt der Putz, streu Glitzer drauf
1.316

Verrückte Steuerzahl

04. Oktober 2017
1.316
Mitarbeiter = Mit-Arbeiter nicht Für-Arbeiter

Mitarbeiter = Mit-Arbeiter nicht Für-Arbeiter

13. Juli 2017
Mitarbeiter = Mit-Arbeiter nicht Für-Arbeiter
Wussten Sie schon …?

Wussten Sie schon….?

13. Juli 2017
Wussten Sie schon …?