tatort:Steuern

Halten Sie Ihre Mitarbeiter gesund

Viele Firmenchefs suchen nach Möglichkeiten, ihre Beschäftigten längerfristig ans Unternehmen zu binden. Eine sinnvolle Option dafür ist die betriebliche Krankenversicherung. tatort:steuern erklärt die Vorteile.

Als Arbeitgeber haben Sie die Möglichkeit, eine betriebliche Krankenversicherung für Ihre Mitarbeiter abzuschließen. Inhalt dieser Versicherungen sind jeweils Teile von privaten Kranken-Zusatzversicherungen, die üblicherweise von den gesetzlich versicherten Mitarbeitern einzeln und individuell abgeschlossen werden.

Die Anbieter dieser betrieblichen Krankenversicherungen sind vielfältig und so auch die Inhalte. Typisch sind die Absicherung beziehungsweise Kostentragung bei:

  • Zahnersatz
  • Krankentagegeld
  • Vorsorgeuntersuchungen
  • Reise-Krankenversicherung

Ein besonderer Vorteil dieser Gruppenversicherung ist, dass Gesundheits­prüfungen ganz entfallen oder nur geringfügige Gesundheitsfragen gestellt werden. Dabei gilt in der Regel: Je kleiner die Mitarbeiteranzahl, desto genauer wird nachgefragt. Auch entfallen oft Wartezeitregelungen, und die Beiträge sind in der Regel erheblich günstiger als die individuelle private Zusatzversicherung des einzelnen Mitarbeiters.

Für die Arbeitnehmer ist die Teilnahme an einer derartigen Gruppenversicherung freiwillig. Andererseits gibt es auch keinen gesetzlichen Anspruch auf diese Art der Arbeitgeberleistung.

Der Arbeitgeber sollte sich gut beraten lassen und eine individualrechtliche oder kollektivrechtliche Zusage zugrunde legen. Dabei können die Empfängerkreise eingegrenzt werden, sodass befristet eingestellte Arbeitnehmer oder Teilzeitkräfte ausgeschlossen bleiben und gegebenenfalls eine Altersgrenze zugrunde gelegt wird. Des Weiteren können der Leistungsumfang und die Leistungsobergrenze bestimmt werden.

Schließt der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer für seine Arbeitnehmer die Versicherung ab, so kann es sich bei entsprechender Ausgestaltung um Sachlohn handeln. Auf diesen ist aktuell die 44-Euro-Freigrenze – ab 2022 eine 50-Euro-Freigrenze – anzuwenden. Die Sachbezüge für den einzelnen Arbeitnehmer von insgesamt maximal 44 Euro pro Monat bleiben lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei.

Übersteigen die Beiträge diese Freigrenze, kann eine pauschale Besteuerung als sonstiger Bezug beim Betriebsstätten-Finanzamt des Arbeitgebers beantragt werden. Voraussetzung ist ein Gruppenvertrag für eine größere Anzahl von Mitarbeitern, der jährlich gezahlt wird und 1.000 Euro pro Arbeitnehmer nicht überschreitet.

Schließt jedoch der Arbeitnehmer die Zusatzversicherung ab und leistet der Arbeitgeber einen Zuschuss, handelt es sich um Barlohn. Der Barlohn ist eine Geldleistung und unterliegt sowohl der Lohnsteuer als auch der Sozialversicherung.

Wenden Sie sich gern an Ihren Steuerberater, um die Minimierung der Abgaben zu prüfen und die für Ihr Unternehmen passende Lösung zu finden.

— eingestellt am 25. November 2021

Themen der Ausgabe 04 2021

Themen der nächsten Ausgabe

28. September 2021
Themen der Ausgabe 04 2021
Bröckelt der Putz, streu Glitzer drauf

Was passiert mit Ihren Steuern?

12. Oktober 2017
Bröckelt der Putz, streu Glitzer drauf
1.316

Verrückte Steuerzahl

04. Oktober 2017
1.316
Mitarbeiter = Mit-Arbeiter nicht Für-Arbeiter

Mitarbeiter = Mit-Arbeiter nicht Für-Arbeiter

13. Juli 2017
Mitarbeiter = Mit-Arbeiter nicht Für-Arbeiter
Wussten Sie schon …?

Wussten Sie schon….?

13. Juli 2017
Wussten Sie schon …?