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Die fabelhafte Welt der Finanzminister – Mandantenzeitschrift tatort:steuern

Kompakt

Die fabelhafte Welt der Finanzminister

Bereits im Altertum war es gang und gäbe, bei leerem Staatssäckel das Volk mit außergewöhnlichen Steuern zu schröpfen. Einige davon haben sich hartnäckig in unserem Steuersystem festgesetzt. Heutzutage sollen skurril anmutende Abgabearten oftmals erzieherische Funktion übernehmen, besonders, wenn es um die Gesundheit geht.

Gute Tat Frankreich und Brasilien erheben eine Solidaritätssteuer auf Flugtickets. Damit wird die Initiative UNITAID unterstützt, die den Kauf von Medikamenten gegen Malaria, Tuberkulose und HIV/AIDS für Länder mit niedrigem Einkommen fördert.

Natürlich Mit dem Programm „Keep your body natural“ zieht der US-Bundesstaat Arkansas den Kunden der Tattoo- und Piercingstudios Tattoosteuer in Höhe von sechs Prozent der Verschönerungskosten aus der Tasche.

Vielstaaterei Seit 2010 fallen für Hotelübernachtungen nur noch sieben Prozent Umsatzsteuer an. Es dauerte nicht lange, bis zahlreiche Städte eine zusätzliche Bettensteuer einführten, die Privatreisende und mittlerweile in einigen Kommunen auch Geschäftsreisende blechen müssen. Es gibt hierfür keine einheitlichen Regelungen – in jeder Stadt legt man sich anders ins gemachte Hotelbett.

Prost Mahlzeit Zur Finanzierung seiner Marine führte das Deutsche Kaiserreich 1905 die Schaumweinsteuer ein, die wir auch heute noch bezahlen. Rund 400 Millionen Euro nimmt der Staat damit jährlich ein. Wesentlich weniger als mit der Kaffeesteuer (circa eine Milliarde Euro), die in Deutschland bereits seit dem 17. Jahrhundert existiert.

Dickes Ding Weil die Menschen immer dicker werden, hat Frankreich eine Cola-Steuer und die Nutella-Steuer eingeführt. Getränke mit Zucker- oder Süßstoffzusatz und Nahrungsmittel mit pflanzlichen Ölen werden höher besteuert. In Japan gibt es eine Taillensteuer, bei der Menschen zwischen 40 und 74 mit einem zu großen Umfang höhere Abgaben für das Gesundheitssystem entrichten müssen. Ungarn hingegen besteuert ungesunde Snacks mit der Chips-Steuer – allerdings fällt diese nicht für die berühmte Salami an.

 

 

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