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Schlupflöcher – Mandantenzeitschrift tatort:steuern

Editorial

Schlupflöcher

Die Steuereinnahmen in Deutschland zeigten in den letzten Jahren einen eindeutigen Trend: Es ging immer nach oben. Das liegt zum einen an der hervorragenden wirtschaftlichen Entwicklung, aber auch daran, dass der Fiskus mit Argusaugen die Steuerehrlichkeit der Bürger im Blick behält. Mit zunehmender technologischer Entwicklung steigen auch die Möglichkeiten der Behörden zur Überwachung der Steuerzahler. Zahlreiche Verfahren zur Kontrolle, wie zum Beispiel die Kassennachschau, wurden eingeführt. Prüfer nutzen heutzutage clevere EDV-Programme, die Steuersündern das Leben schwer machen. Dennoch gelingt es gewitzten Geistern immer wieder, das eine oder andere Schlupfloch zu finden. Man kann sich jedoch sicher sein, dass so ein Schlupfloch, sobald es entdeckt wird – und das geschieht mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit – auch schnell geschlossen wird. So verschärft der Gesetzgeber ab 2020 die Anforderungen an elektronische Kassensysteme, um Manipulationen unmöglich werden zu lassen. Auch Kapitalanleger bleiben nicht verschont. Da ab 2019 die Meldung über alle Kapitalerträge automatisch von der Bank an der Fiskus erfolgt, stehen die Chancen schlechter, solche Einkünfte am Fiskus vorbeizuschmuggeln, und zwar für in- und ausländische Kapitalanlagen. Worum es im Einzelnen genau geht, sind zwei unserer Schwerpunkte in dieser Ausgabe.

Ihr Team von Stegemann & Collegen