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Unternehmensstrategie

Die deutsche Wirtschaft soll wieder leicht wachsen, die Inflation weiter sinken und ein kleiner Aufschwung soll sich einstellen. Kurz: bessere wirtschaftliche Aussichten als im letzten Jahr, diese Prognose ist vielfach in den Medien zu hören und zu lesen. tatort:steuern zeigt auf, was Sie als Unternehmer im neuen Jahr beachten sollten.

Bei allem vorsichtigen Optimismus für die Gesamtwirtschaft im noch jungen Jahr 2024 muss jeder Unternehmer auch Vorsorge für die Zukunft in seinem Unternehmen treffen. Niemand kann bei den herrschenden unsicheren Rahmenbedingungen in Politik und Wirtschaft einen dauerhaften Erfolg garantieren. Sicher ist nur, dass viele Herausforderungen im angelaufenen Jahr zu meistern sein werden. Ein guter Zeitpunkt also, um Strukturen und Abläufe im Unternehmen auf den Prüfstand zu stellen und das eigene unternehmerische Handeln zu hinter­fragen. Dies ist die beste Vorsorge, um erfolgreich zu bleiben oder wieder erfolgreich zu werden.

Das wichtigste Informations- und Controlling-Medium des Unternehmers ist eine Betriebswirtschaftliche Auswertung. Sie in Grundzügen zu verstehen, hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus präsentiert sich das Unternehmen durch Vorlage dieser Auswertungen beispielsweise auch gegenüber den Banken.

Doch welchen Anforderungen muss eine aussagekräftige Betriebswirtschaftliche Auswertung genügen? Neben Vollständigkeit und Aktualität ist die Berücksichtigung von Abschreibungen und Abgrenzungen eine Selbstverständlichkeit.

Darüber hinaus sollten sich die Auswertungen nicht nur auf die kurzfristige Erfolgsrechnung, also den Standard, beschränken. Vorjahresvergleich und Kurzbericht oder auch grafische Auswertungen sind gute Hilfsmittel zum besseren Verständnis der aktuellen Lage. Dem geübten Anwender kann der Steuerberater auch einen Controlling-Report oder einen Soll-Ist-Vergleich zur Verfügung stellen. Je nach Unternehmenszweck kann zusätzlich eine Kostenrechnung für mehr Transparenz sorgen.

Haben Sie das für Sie passende Auswertungspaket? Oder möchten Sie die Monatszahlen besser verstehen? Dazu gehört natürlich auch ein hohes Maß an Digitalisierung und die Nutzung von Schnittstellen zu der in Ihrem Unternehmen eingesetzten Software. Sprechen Sie uns an, wir machen Sie fit.

In unsicheren Zeiten ist die Liquiditätsplanung ein Muss. Neben zeitnaher Rechnungslegung bekommen Forderungsmanagement und Mahnwesen eine besondere Bedeutung. Das Risiko von Zahlungsausfällen kann so vermindert werden. Prüfen Sie, ob Anzahlungs- oder Abschlagsrechnungen mit Kunden verstärkt vereinbart werden können.

Das Rating verbessern

Als Unternehmer haben Sie meist eine finanzierende Bank an Ihrer Seite. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten benötigen Sie ein gutes Rating bei der Bank. Suchen Sie aktiv das Gespräch. Informieren Sie über die aktuelle geschäftliche Entwicklung. Bei der Beurteilung Ihrer Bonität durch die Bank ist der geschäftliche Erfolg eine wesentliche Komponente. Gewinne, die dem Unternehmen nicht durch Privatentnahme oder Gewinnausschüttung entzogen werden, verbessern die Eigenkapitalstruktur in der Bilanz. Welche positiven Änderungen ergeben sich dadurch beim Rating? Wie wirkt sich das bei der Ermittlung von Zinskonditionen aus? Was erwartet die Bank von Ihnen als Unternehmer?

Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt, um über eine mögliche Ausweitung einer Kontokorrentlinie zu verhandeln. Sichern Sie sich finanzielle Beweglichkeit, da dies in wirtschaftlich angespannten Zeiten eine Notwendigkeit ist.

Da die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank vorbei ist und auch keine Verwahrentgelte mehr fällig werden, kann die zinsbringende Geldanlage ein weiteres Thema des Bankgesprächs sein. Mit einem Tagesgeldkonto können Sie aktuell beispielsweise ohne Risiko einen guten Zinsertrag erwirtschaften. Die Geldanlage an der Börse verspricht hingegen einen höheren Ertrag, birgt aber auch gewisse Gefahren. Die richtige Strategie entscheidet. Darüber hinaus kann es auch sinnvoll sein, die Möglichkeit von Sondertilgungen bei auslaufenden oder zur Verlängerung anstehenden Kreditverträgen zu prüfen. Durch die stark gestiegenen Zinsen kommt es sonst zu deutlichen Mehrbelastungen.

Ziele bewusst machen

Die ersten Wochen des Jahres sind schnell vergangen. Die Frage nach der weiteren geschäftlichen Entwicklung bleibt stets aktuell. Grundlage des unternehmerischen Handelns sind die eigenen Ziele. Nur mit einer Klarheit in diesem Punkt können Entscheidungen für richtige Strategien getroffen werden. Schriftliche Festlegungen und Planungsrechnungen helfen bei der Umsetzung und damit bei der Zielerreichung. Grundlage jeder Planungsrechnung sind die in der Vergangenheit aus den Betriebswirtschaftlichen Auswertungen und dem Jahresabschluss gewonnenen Zahlen. Den Umfang der Planungsrechnung bestimmen Sie. Planung ist kein einmaliger Vorgang, sondern ein stetiger Entwicklungsprozess. Nehmen Sie sich als Start für dieses Projekt einen Tag Zeit und verlassen Sie Ihr Unternehmen. Denken Sie über die privaten und beruflichen Ziele nach. Halten Sie die Ziele und Strategien schriftlich fest. Ihr Steuerberater steht als Kenner Ihres Unternehmens als Sparringspartner zur Verfügung.

Die Festlegung und das Erreichen von Zielen treibt jedoch nicht nur den Unternehmer an, sondern sorgt auch bei seinen Mitarbeitern für Identifikation und Motivation. In Zeiten von akutem Fachkräftemangel ist eine offene und ehrliche Unternehmenskultur der Schlüssel zur Loyalität der Mitarbeiter.

Selbstverständlich geht es in diesem Zusammenhang auch immer ums Geld. Innovative Personalentlohnung und individuelle monetäre Anreizsysteme stellen für Mitarbeiter einen weiteren Ansporn dar. Nehmen Sie sich die Zeit für motivierende Personalgespräche und entwickeln Sie eine wertschätzende Feedbackkultur.

Interne Prozesse prüfen

Die Erstellung einer Planungsrechnung bietet zusätzlich die passende Gelegenheit zur Überprüfung der internen Prozesse und der Kalkulation der Preise. Beispielsweise sind Material- und Warenbeschaffungskosten oder auch Energiekosten in der jüngeren Vergangenheit stark gestiegen und machen Preiserhöhungen an Ihre Kunden unvermeidbar. Führen Sie Nachkalkulationen bei abgeschlossenen Aufträgen durch, um Schwachstellen ausfindig zu machen.

Krisenzeiten bieten aber auch immer neue Chancen: Welche neuen Geschäftsfelder wollten Sie schon immer testen? Müssen Sie Ihr Marketing auf den neuesten Stand bringen, um sich neuen Kundengruppen zu präsentieren? Besteht Rationalisierungspotenzial durch Neuerwerb oder Modernisierung der technischen Ausstattung des Unternehmens? Prüfen Sie, ob sich in den Corona-Jahren möglicherweise ein Investitionsstau gebildet hat. Kurz gesagt: Alle diese Aufwendungen sind Investitionen in eine erfolgreiche Zukunft.

Zur Absicherung des Unternehmens sollten darüber hinaus persönliche Angelegenheiten erstmalig geregelt oder überprüft werden. Sind womöglich notwendige testamentarische Regelungen vorhanden? Sind diese mit einem Gesellschaftsvertrag abgestimmt? Gibt es eine Vorsorgevollmacht und auch eine Patientenverfügung?

Fazit Was das Jahr 2024 bringt, kann natürlich niemand vorhersagen. Die Wirklichkeit können Sie aber als Unternehmer aus eigener Kraft mitgestalten. Untersuchen Sie Ihr Unternehmen auf „Herz und Nieren“, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein oder wieder zu werden. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als den Beginn eines neuen Jahres. Wir, Ihre Steuerberater, begleiten Sie gern bei diesem spannenden Prozess. •

© Chilibanana